Mag. Uli Puhr - Sportpsychologin und Leiterin der Otterway Academy

Mag. Uli Puhr ist Leiterin der Otterway Academy. Auf folgenden Seiten finden Sie zahlreiche Informationen über das Ausbildungsangebot:

 

Nicht nur die aktiven Leistungssportler genießen unser Interesse, sondern auch die Personen, die unsere sportlichen Talente effektiv bei Ihrem Erfolg unterstützen. Heute haben wir das Vergnügen mit Sportpsychologin Mag. Uli Puhr zu sprechen, die bei Red Bull Sportler wie Sebastian Vettel und Kate Allen begleitet hat. Vielleicht erzählt uns Uli etwas über Ihre Erfahrungen mit diesen Vorbildern.

sport-oesterreich.at: Uli, du hast eine erstaunliche Karriere mit großen Persönlichkeiten hinter dir, bist Inhaberin der Otterway Academy, bist Universitätslektorin in Klagenfurt, warst bei Red Bull, Sportpsychologin beim IMSB und hattest die sportpsychologische Leitung bei Wogos über. Wie bist du zu diesen Jobs gekommen?

Uli: Ich war selbst jahrelang als Sportlerin aktiv (Basketball, Volleyball, Leichtathletik), dabei habe ich sehr viele Menschen (TeamkollegInnen, Trainer, Coaches, FunktionärInnen) kennen gelernt und so ein Netzwerk aufgebaut. Nach Abschluss meines Psychologiestudiums an der Universität Wien und meiner Ausbildung zur Sportpsychologin in Deutschland (in Österreich gab es damals leider noch keine Ausbildung in dieser Richtung) habe sich die Stationen meiner beruflichen Karriere aus Kontakten in meinem Netzwerk ergeben. Es hat sich mit der Zeit wohl auch herum gesprochen, dass ich eine kompetente Sportpsychologin bin, die Ahnung vom Sport hat und sich mit den daraus ergebenden Herausforderungen, Problemen und Hindernissen auskennt. Gerade bei meiner Zeit bei Red Bull wurde es von den SportlerInnen geschätzt, dass ich im Hintergrund arbeite und nicht mit meinen berühmten Klienten prahle (so wie es viele andere gerne tun).

sport-oesterreich.at: Wir alle wissen, wie wichtig die Psyche für sportliche Leistung ist. Welche Faktoren sind aus deiner Sicht wichtig, damit ein Leistungssportler das Maximum aus sich herausholen kann bzw. anders formuliert: sein angestrebtes Ziel auch wirklich erreicht?

Uli: Na da bin ich mir nicht so sicher ob alle wissen, wie wichtig die psychische Komponenten für die sportliche Leistung sind. Noch immer wird der psycho-mentale Bereich vernachlässigt! Die Fähigkeit sich auf das wesentliche zu konzentrieren, Irrelevantes und Störendes auszublenden gehört genauso trainiert und geschult wie die physischen Bereiche und das Technisch-taktische. Sehr selten habe ich TrainerInnen getroffen, die in der Lage sind, ihren SportlerInnen dies zu vermitteln.

Im Leistungssport geht es selten darum das Maximum aus sich heraus zu holen. Ziel jedes Sportlers / jeder Sportlerin sollte sein, die im Moment optimalste Leistung abzurufen. Nur mit dem Fokus auf das im Moment gerade Machbare und der objektiven, sachlichen Analyse des Geleisteten bin ich in der Lage, langfristige Ziele zu erreichen.

Flexibilität, realistische Selbsteinschätzung, ganz im „Hier & Jetzt“ zu agieren sind hilfreiche Persönlichkeitseigenschaften um seine Ziele erfolgreich zu realisieren.

sport-oesterreich.at: Hast du jemals ein Schlüsselerlebnis gehabt, wo es sehr offensichtlich wurde, dass nur mit der richtigen Geisteshaltung das Ziel zu erreichen war?

Uli: Das gib es sicher mehrere. Ich möchte aber eines anführen, dass zeigt wie eine falsche Einstellung / Geisteshaltung des sportlichen Umfeldes bzw. der Medien die Zielerreichung torpedieren kann. 2002 hatte die österreichische Fußballnationalmannschaft in zwei Relegationsspielen die Chance, sich noch einen Platz bei der Fußball WM zu sichern. Die österreichischen Medien waren (wieder einmal) wenig unterstützend. Die Türkei sei ein schwerer Gegner, die Statistik bis her negativ, uvm...

Die türkischen Medien sprachen ihrer Mannschaft Mut zu, verbreiteten viel positive Stimmung. Die zwei Spiele gingen 0:1 und 0:5 für die Türkei aus. Das nennt sich dann „selbsterfüllende Prophezeiung“.

sport-oesterreich.at: Wenn ein Leistungssportler in einem Leistungstief steckt und komplett die Motivation verliert, was ist erforderlich, damit es schnell wieder bergauf geht? Kann man von "schnell" überhaupt reden?

Uli: Leistungstiefs kommen selten überraschend oder „über Nacht“. Oft zeichnet sich schon längere Zeit ab, dass die Leistungsentwicklung nicht wunschgemäß verläuft. Bin ich – wie oben beschrieben – in der Lage mich auf das im Moment Machbare zu konzentrieren, finde ich rasch Anknüpfungspunkte um aus dem Tief heraus zu kommen.

Viele SportlerInnen denken im Tief darüber nach was alles nicht funktioniert. Dabei fehlen ihnen aber häufig die Vergleichswerte, d.h. sie haben keine Idee was sie fühlen, denken, tun wenn es (die sportliche Leistung) funktioniert.

sport-oesterreich.at: SportlerInnen sind ja von Ehrgeiz, Leistung und Anerkennung angetriebene Persönlichkeiten. Kann dies ein Nachteil sein, zu viel von sich zu verlangen? Kann das mitunter gefährlich sein?

Uli: Was für eine irrige Annahme! SportlerInnen, die nur diese drei Antreiber haben, werden in den seltensten Fällen erfolgreich. Zumindest nicht sportlich erfolgreich, sie gelangen ev. als Tennis-Pinup oder als Dopingsünder zur Berühmtheit. Wirklich guten SportlerInnen geht es darum, im Moment der Leitungserbringung das Optimum zu erreichen, dabei / darin Spaß und Erfüllung zu finden.

sport-oesterreich.at: Kate Allen hatte am 6.4.2008 ein sehr schweren Sturz beim Triathlon-Weltcup in Neuseeland. Mit ca. 60 km/h ist Sie gestürzt, als sie mit Lisa Hütthaler und der Amerikanerin Ellis Mary Beth kollidierte. Aus und vorbei.. alles umsonst, die viele Mühe, das harte Training, die Entbehrungen.. was geht in einer Sportlerin vor, nach so einem Erlebnis und wie schaffen diese es wieder zurück an die Spitze?

Uli: Der Sturz war für Kate Allen schon sehr dramatisch und hat sie auf ihrem Fahrplan Richtung Peking 2008 ein Stück zurück geworfen. Eine Stärke von Kate – als Profisportlerin und Sportikone – liegt wohl auch darin solch fatalistische Gedanken gar nicht zu haben. Sie hat sofort nach dem Machbaren gesucht und war so in der Lage bei den olympischen Spielen in Peking anzutreten.

Aus und vorbei bzw. alles umsonst wäre es in so einen Fall nur, wenn der Sportler / die Sportlerin sich hinsetzt in Selbstmitleid zerfließt, die Ungerechtigkeit der Welt beklagt und vorwiegend „arm“ ist.

sport-oesterreich.at: Als Inhaberin der Otterway Academy hast du dich auf mehrere Themen spezialisiert. Was ist die Otterway Academy, was bietet sie an und wer kann daraus profitieren?

Uli: Die Otterway Academy bietet professionelle, praxisnahe Ausbildungen in den Bereichen Coaching (Business Coach, Peakperformance Coaching), Beratung (gewerbl. Lebens- und Sozialberater), Kommunikation (Gesprächsführung, gewaltfreie Kommunikation), Fitness- und Gesundheitstraining (Nordic Walking, Gestaltung von kindgerechten Turnstunden).

Unser Highlight: wingwave® - eine der effektivsten und schnellsten Coaching Methoden die es gibt, löst Blockaden aller Art, speziell Leistungsblockaden im Sport.

sport-oesterreich.at: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: hast du eine Philosophie, eine Art Leitspruch fürs Leben? Kannst du uns allen etwas auf unserem weiteren Weg mitgeben?

Uli:

Es gibt einen Weg,
den keiner geht,
wenn du ihn nicht gehst.

Wege entstehen,
indem wir sie gehen.

Die vielen zugewachsenen Wege,
unbegangen überwuchert.

Es gibt einen Weg,
den keiner geht,
wenn Du ihn nicht gehst.

Es gibt Deinen Weg,
ein Weg der entsteht,
wenn Du ihn gehst.

Werner Sprenger: Gedichte zum Auswendiglernen

 

sport-oesterreich.at: Vielen Dank für dieses äußerst interessante Gespräch!

 

Uli: Vielen Dank für die herausfordernden Fragen und das nette Gespräch.

 

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