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Österreich feiert Paralympics-Königin: Aigner triumphiert zum dritten Mal

Published: März 17, 2026
Österreich feiert Paralympics-Königin: Aigner triumphiert zum dritten Mal

Die alpinen Pisten von Cortina d’Ampezzo haben eine neue Königin: Veronika Aigner aus Niederösterreich hat am Donnerstag ihren dritten Goldmedaillen-Triumph bei den Paralympics 2026 perfekt gemacht. Die 23-Jährige setzte sich im Riesentorlauf der Sehbehinderten mit ihrem Guide Eric Digruber souverän durch und krönte damit eine herausragende Leistungsserie. Mit einem Vorsprung von 2,56 Sekunden auf die italienische Lokalmatadorin Chiara Mazzel ließ sie keinen Zweifel an ihrer aktuellen Dominanz aufkommen.

Elina Stary komplettierte das rot-weiß-rote Fest auf der Tofana mit Bronze. Die 19-jährige Kärntnerin sicherte sich gemeinsam mit ihrem Guide Stefan Winter ihre zweite Medaille bei diesen Spielen und bestätigte Österreichs Stärke im Para-Ski-Alpin.

Perfekte Ausgangslage bereits nach dem ersten Lauf

Bereits im ersten Durchgang hatte Aigner die Weichen für ihren Erfolg gestellt. Mit über drei Sekunden Vorsprung auf die italienische Super-G-Siegerin Mazzel ging sie als klare Favoritin in den entscheidenden zweiten Lauf. Die schwierigen Pistenverhältnisse auf der traditionsreichen Tofana-Piste konnten die Niederösterreicherin nicht aus dem Konzept bringen.

„Es war oben etwas unruhig, obwohl sie die Piste gesalzen haben, aber jeder hat dieselben Bedingungen, und den Umständen entsprechend haben wir es gut gemeistert“, analysierte Aigner ihre Leistung nach dem Rennen. Die Zusammenarbeit mit ihrem Ersatzguide Digruber, der für ihre verletzte Schwester Elisabeth eingesprungen war, funktionierte dabei perfekt.

Was das für dich als österreichischen Para-Sport-Fan bedeutet

Dieses Ergebnis unterstreicht eindrucksvoll Österreichs Sonderstellung im paralympischen Wintersport. Mit Aigners drittem Gold und Starys Bronze setzt sich eine erfolgreiche Tradition fort, die bereits in Peking 2022 ihren Anfang nahm. Für die heimischen Para-Sport-Fans bedeutet das nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Behindertensport insgesamt – und stärkt gleichzeitig die Bedeutung von Skifahren in Österreich als inklusiven und leistungsorientierten Sport.

Die Leistungen zeigen auch, wie professionell das österreichische Para-Ski-System arbeitet. Dass Aigner trotz des Ausfalls ihrer langjährigen Guide-Partnerin Elisabeth auf höchstem Niveau performen kann, spricht für die Qualität der Nachwuchsarbeit und Betreuung.

Das sagen die Protagonistinnen

Aigner zeigte sich nach ihrem Triumph dankbar gegenüber ihrem Ersatzguide: „Das ist ein komplett anderes Feeling, mit Eric zu fahren – er hat mich im ersten Durchgang ziemlich gepusht, im zweiten Durchgang bin ich ihm schon ziemlich ‚hinbeigepickt‘, aber wir sind vorne, wir haben eine Goldmedaille gemacht und dafür bin ich dem Eric auch voll dankbar, dass er mit mir hier fährt.“

Die Bronzemedaillengewinnerin Stary strahlte trotz des dritten Platzes: „Ich freue mich sehr, es ist sehr cool. Es waren zwei solide Läufe. Wir haben uns am Podium halten können, darauf können wir aufbauen.“ Die Kärntnerin hatte besonders mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen: „Es war im zweiten Lauf oben etwas schlagig, und ich tue mir mit der Sicht hier schwer, denn auch wenn es bewölkt ist, reflektiert der Schnee brutal.“

Starke Leistungen auch in anderen Klassen

Abseits der Medaillenränge überzeugten weitere österreichische Athletinnen mit soliden Leistungen. Christina Obwexer aus Osttirol feierte bei ihrem Paralympics-Debüt im Alter von 40 Jahren einen gelungenen Einstand. Die Sitzfahrerin kämpfte sich im Riesentorlauf von Platz zwölf zur Halbzeit noch auf den achten Rang vor und bewies damit ihre Klasse auf internationaler Bühne.

Laura Streng komplettierte das österreichische Aufgebot in der Stehend-Kategorie. Trotz eines Rückstands von fast 38 Sekunden auf die Bestzeit erreichte die 21-Jährige das Ziel und sammelte wertvolle Erfahrungen für ihre weitere Laufbahn. „Ich habe den zweiten Lauf mehr genießen können als den ersten. Jetzt bin ich froh, im Ziel zu sein“, resümierte Streng ihre Premiere.

Die größere Einordnung in Aigners Karriere

Mit diesem dritten Gold in Cortina d’Ampezzo hat sich Aigner endgültig in die Geschichtsbücher des österreichischen Para-Sports eingetragen. Insgesamt sammelte sie bei diesen Paralympics vier Medaillen – neben den drei Goldmedaillen in Abfahrt, Kombination und Riesentorlauf auch Silber im Super-G. In ihrer Gesamtbilanz stehen nun fünf Paralympics-Siege, eine beeindruckende Ausbeute für die erst 23-Jährige.

Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, als Aigner mit zwei verschiedenen Guides arbeiten musste. Während sie in den Speed-Disziplinen von der 16-jährigen Lilly Sammer geführt wurde, übernahm Eric Digruber die technischen Bewerbe. Diese Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zeichnen Spitzensportler aus und unterstreichen Aigners mentale Stärke.

Wie es weitergeht: Der Slalom als Krönung

Der krönende Abschluss von Aigners Paralympics-Auftritt steht noch bevor. Am Samstag ab 8:55 Uhr will sie im Slalom ihren vierten Goldtriumph perfekt machen. Die Motivation ist hoch: „Nun will ich nicht locker lassen, auch die zwei Slalom-Durchgänge hinunterheizen und zeigen, was ich alles draufhabe.“

Die Vorzeichen stehen gut für einen weiteren österreichischen Erfolg. Vor vier Jahren in Peking hatte Aigner gemeinsam mit ihrer Schwester Elisabeth bereits Gold im Slalom gewonnen. Mit Eric Digruber als Guide will sie nun beweisen, dass sie auch diese technische Königsdisziplin beherrscht. Für die österreichischen Para-Sport-Fans wäre ein vierter Goldtriumph der perfekte Abschluss einer ohnehin schon historischen Paralympics-Teilnahme.