Christian Pflügl - Österreich's schnellster Marathonläufer über den Laufsport

Christian Pflügl ist in Bezug auf den österreichischen Laufsport einer der ganz großen Leistungsträger unserer Zeit. Bereits als Jugendlicher hat der Oberösterreicher im Jahr 1994 seine ersten Schritte im Laufsport gemacht. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, blickt Christian Pflügl auf eine beachtliche Laufbahn zurück. Im gemütlichen Caféhaus-Gespräch am Ufer des Traunsees mit Markus Steinacher von sport-oesterreich.at berichtet der hochdekorierte Läufer über seine tiefgreifenden Erfahrungen im Laufsport. Auch diskussionsreiche und teils unangenehme Themen werden angesprochen. Dabei handelt es sich um Themen in Bezug auf Training, Umfeld, Ernährung, Regeneration, verbreitete Irrglauben und Gefahren, die sich im Laufsport ergeben können.

Christian Pflügl beim LG Apfelland Lauf 2015 am Stubenbergsee
Abbildung: 3. Genuss Apfel Lauf-Halbmarathon am 19.9.2015

Video-Serie: Christian Pflügl im Gespräch mit sport-oesterreich.at am 14.12.2015

Die Läuferszene ist wie eine Familie, der Laufsport hat einen ganz eigenen, anderen Reiz als beispielsweise Fußball und Skifahren. Christian Pflügl beschreibt den Laufsport belebend, fordernd und fördernd. Diese populäre Einzelsportart wurde in den letzten Jahren vermehrt für Teambuilding-Maßnahmen entdeckt. Am deutlichsten hat sich dieser Trend bei den beliebten Business-Läufen abgezeichnet. Ein vorsichtiger Blick in die Zukunft wird das gemeinsame Laufen als Team im Training oder Wettkampf in Verbindung mit einem Erlebnis noch mehr in den Vordergrund rücken. Immer mehr Firmen sind dazu bereit, in ihre Mitarbeiter in sportlicher Hinsicht zu investieren, da ein Umdenken bei Entscheidungsträgern bereits begonnen hat. Mittlerweile gibt es Studien, die belegen, dass Sport und gemeinsame körperliche Aktivität erheblich zum Wohlbefinden und der Produktivität der Mitarbeiter beitragen. Zusätzlich haben Unternehmer die Möglichkeit, ihre Firma als dynamisches, modernes Unternehmen zu präsentieren. Dies ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, wie man den Laufsport als positives Erlebnis mit Win-Win-Situationen verknüpft in den Alltag einbauen kann.

Christian Pflügl über den Weg zum Marathon

Christian PflüglMarathon ist ja nicht nur der Weg vom Start zur Ziellinie, sondern vielmehr auch vom Trainingsbeginn bis zum Start. Der Lauf an sich ist letztendlich dann "nur" das Ergebnis monatelanger Arbeit mit der Bestätigung ob man seinen Job mehr oder weniger gut gemacht hat. Richtiges Coaching, richtiges Training, passendes Umfeld und viele weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Marathon setzt eine langfristige Planung voraus, mit vielen Zwischenzielen. Letztendlich sollten Finisher im Ziel nicht kollabieren und den Laufsport an den Nagel hängen, sondern das Erlebnis auch für die Zukunft positiv nachwirken lassen können. Großes Augenmerk legt Christian Pflügl auf die persönliche Betreuung. Um ein guter Läufer zu sein/werden, ist es wichtig, in guten Händen zu sein.

Erfolge im Laufsport durch die richtige Betreuung

Ganz klar hat sich im Gespräch mit Christian Pflügl herauskristallisiert, dass der Trainer eine ganz entscheidende Rolle in der Entwicklung eines Läufers spielt. Empathie, jahrelange praktische Erfahrung, Augenmerk auf "Qualität statt Quantität"  stehen ganz oben auf der Anforderungsliste. Ein Trainer, der regelmäßig mehr als 15 - 20 Athleten betreut, kann zwangsläufig kein guter Trainer sein, da Qualität auf der Strecke liegen bleibt. Erfahrungsgemäß wirkt sich Massenabfertigung in der Trainingsbetreuung sehr unvorteilhaft für alle Athleten aus und bringt oftmals Unruhe in die so sensible Welt des Laufsports. Hinzu kommt der psycho-soziale Aspekt, der "vernachlässigte" Athleten ihrer Motivation beraubt. Die meisten Läufer, die sich in ihrem Grundwesen wirklich verbessern wollen und für ihren Sport leben, scheitern oft daran, wenn sie von ihrem Trainer zu wenig Feedback erhalten. Gute Kommunikation und Vertrauen sind ganz wichtige Faktoren, die zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden.

"Hat ein Athlet bei seinen Trainer das Gefühl, bloß eine Nummer zu sein, wird es schwierig sein, besser zu werden".

Christian PflüglAbgeraten wird natürlich auch von Trainingsplänen aus dem Internet, da dies ein Extremfall von "unbetreutem" Training ist. Die besten Athleten haben ihre Trainer, trotz ihres großen Wissens um den Laufsport, mit allem was dazu gehört. Das hat auch einen Grund, denn ohne den richtigen Trainer wird der beste Athlet nicht mehr lange der Beste bleiben. Wirklich gute Trainer scheuen auch nicht davor, sich von ihren Athleten zu trennen, wenn der Trainer mit seinem Latein am Ende ist. Ein neuer Trainer kann durch neue Trainingsreize, andere Herangehensweisen eine wesentliche Veränderung und einen weiteren Entwicklungsschritt des Athleten bedeuten.

Christian Pflügl wird seit etwa 2 Jahren von Mag. Wilhelm Lilge (Team 2012) trainiert. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden funktioniert hervorragend. Christian Pflügl konnte in dieser Zeit seine Halbmarathon-Bestzeit auf 1:05:30 (h:mm:ss) verbessern. Gerade wegen seiner langjährigen Erfahrung im Laufsport schwört und vertraut Christian Pflügl darauf, sich von jemanden trainieren zu lassen, mit dem er vor allem in menschlicher Hinsicht auch sehr gut kann.

Erfolge im Laufsport durch die richtige Betreuung

 

Christian Pflügl über den Mythos Kenia

Es ist allseits bekannt, dass Kenia die Heimat der weltweiten Laufelite ist, und das ist kein Zufall. Kenia hat auch sprichwörtlich Christian Pflügl beflügelt. Wobei man in diesem Kontext vielleicht an einer anderen Stelle anknüpfen sollte. Das Laufeldorado in Kenia befindet sich auf einer Seehöhe von mehr als 2.400 Metern, eine für uns Europäer eher unübliche Trainingshöhe. Bekanntermaßen bedeutet ein rascher Wechsel in so eine Höhenlage Stress für unseren Stoffwechsel. Unser Körper benötigt Zeit um sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen. Ein wesentlicher Anpassungseffekt ist die vermehrte Produktion von roten Blutkörperchen, welche dafür sorgen, dass mehr Sauerstoff zu den Zellen transportiert wird.

Training in Kenia beudetet für uns erhöhten Stress
In der Vergangenheit haben einige gute Athleten diesen Stress (erhöhter Ruhepuls, verlängerte Regenerationszeiten, etc ...) unterschätzt und viel zu intensiv trainiert. Umgangsprachlich bezeichnet man das Ergebis dieser fatalen Vorgehensweise als "sich abschießen". Gute Läufer sind ihrer Kraft und Energie beraubt "leer" aus Kenia zurück gekommen. Mit Absicht sind diese Worte so hart formuliert, da dieser Bericht davor schützen soll, Fehler zu begehen.

Christian Pflügl hat sich selbst bei seinem ersten Kenia-Besuch als 18-jähriger Youngster abgeschossen und entsprechend für die Zukunft seine Lehre daraus gezogen. Mittlerweile war er bereits siebenmal in Kenia und das als wahre Bereicherung seiner Läufer-Karriere. Christian Pflügl empfiehlt daher Kenia mit Respekt und Vorsicht zu genießen und auf jeden Fall im Vorfeld erfahrene Personen zu konsultieren. Im Idealfall lassen Sie sich auch vor Ort von erfahrenen Trainern betreuen.

Christian Pflügl über Kenia

 

Besuchen Sie Christian Pflügl auf seiner Website www.christianpfluegl.at oder auch auf seiner Facebook-Fanpage.