David Alaba - mehrfacher österreichischer Fußballer des Jahres

Nach der erneuten souveränen deutschen Meisterschaft mit dem FC Bayern, dem Erreichen des Cup-, und Champions-League-Halbfinales und einer brillanten Qualifikation der österreichischen Nationalmannschaft für die EM 2016 in Frankreich stehen die Zeichen auf Wiederwahl von David Alaba zum österreichischen Fußballer des Jahres gut.

David Alaba ist für viele Menschen ein Idol mit nigerianischen und philippinischen Wurzeln

David Alaba
David Alaba

Dass Österreichs derzeit bekanntester Fußballer, 1992 als Sohn eines nigerianischen Musikers und einer philippinischen Krankenschwester in Wien geboren, einmal zum österreichischen Fußballer des Jahres werden würde, ist so abwegig wie naheliegend. Disziplin und Geschäftssinn waren und sind die wichtigsten Werte, die er aus seinem Elternhaus mitbringt. Vater George, seines Zeichens Berufsmusiker aus Leidenschaft, war Mitte der 80er Jahre zum Deutsch- und Wirtschaftsstudium nach Wien gekommen. Zähigkeit und Ehrgeiz waren fortan die Parameter in seinem Streben nach Karriere im Musikbusiness und brachten ihn über die Stationen als DJ und Live-Musiker sogar als Musikerduo „Two in One“ gemeinsam mit seiner Partnerin Petra Suk in die Charts.  

Nach Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft nach rund zehn Jahren Österreich-Aufenthalt lernte er in der Wehrdienst-Grundausbildung im österreichischen Bundesheer was es heißt, Disziplin zu üben. In dieser Zeit heiratete er David's Mutter Gina, die als gelernte Krankenschwester ebenfalls Mitte der 80er Jahre aus Philippinen nach Österreich gekommen war, um sich im neuen Land in den Dienst am Menschen einzubringen und ihr Diplom anerkennen zu lassen.

In diesem von Leistungswille und -bereitschaft geprägten Umfeld wuchsen David und Schwester Rosemarie auf, wenngleich Vater und Mutter mit Sport bislang nicht in Berührung gekommen und ihnen die sportlichen Ambitionen zum Fußball des kleinen David anfänglich fremd erschienen waren, wie das Magazin M-Media berichtet.

Die Familie als Rückhalt und Motor

So kommt es nicht von ungefähr, dass er sich laut nachrichten.at bereits im Jahr 2011 anlässlich seiner zweiten Ehrung zum Fußballer des Jahres zuerst bei seiner Familie bedankt hat. Die Kür wird seit 1997 alljährlich von drei österreichischen Organen – der Austria Presseagentur AAP, der Kronenzeitung und der Fußballvereinigung VdF – organisiert und ausgetragen.

Früh hatte Vater George das Talent seines Sohnes erkannt und gefördert, auf seinen Wunsch hin ging David 2002 in die Kooperationsschule des FK Austria Wien und in deren Nachwuchsabteilung.

Erste Lorbeeren erntete der gelernte Abwehr- und defensive Mittelfeldspieler in der Jugend-Auswahl U-17 seines Landes, wo er die Jugendtalentscout-Abteilung des FC Bayern erstmals auf sich aufmerksam machte und im Sommer 2008 in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München wechselte.

Mehr und mehr beginnt sich George nun um die vertraglichen Belange seines Sohnes zu kümmern und seine künstlerischen Ambitionen als Rapper und Discjockey zu Gunsten einer möglichen Karriere des Juniors zurück zu fahren. So besucht er ihn fortan beim neuen Klub alle zwei Wochen in München und managt bei Vertragsausgestaltungen mit.

Auch Mutter Gina hängt Job und Karriere 2011 an den Nagel und reist regelmäßig zu den Spielen ihres Sohnes.

Auf eigenen Wunsch hin unterstützt „der jüngste Nationalspieler Österreichs aller Zeiten“, wie welt.de bereits 2009 titelte, seine Familie finanziell, die sich mittlerweile vollends in den Dienst ihrer beiden Kinder gestellt hat. 

Der FC Bayern – eine Hassliebe

FC Bayern München MannschaftsbusDer deutsche Rekordmeister genießt in Österreich ein zwiespältiges Image und hat in der Gunst unter Spielern wie Fans einen schweren Stand. Neben Talentescouts aus Manchester und Liverpool hatten sich auch die Kollegen von der Säbener Straße zweimal die Zähne an Alaba Senior und Junior ausgebissen, ehe der Senior schließlich nach einigem Hin und Her seinen Segen zu der sportlichen Heirat mit der polarisierenden Braut gegeben hatte.

Er habe die Bayern gehasst, bekundete der Junior in den ersten zwei Jahren seiner Vernunftehe, die seien immer mit dem feinsten Trainingszwirn und dem schönsten Bus zu den Nachwuchsturnieren gekommen und haben sich feiern lassen, doch irgendwie gereizt hätten sie ihn auch. Eigentlich schlage sein Herz ja für Arsenal London.

Nach einer Übergangszeit des Sich-Arrangierens mit der neuen Situation schloss das „Juwel des österreichischen Fußballs“  (Andreas Herzog über David Alaba) seinen Frieden mit den eigenen Vorbehalten und startete fortan eine Blitzkarriere, die ihren vorläufigen Höhepunkt im Gewinn der UEFA Champions League und UEFA Super Cup-Sieg 2013 gefunden hat.

David Alaba - ein Erfolgsrezept?

Andreas HerzogAlaba ist schon 3-mal hintereinander österreichischer Fußballer des Jahres geworden. Laut einem Experten von wettbonus.net stehen die Chancen sehr gut, dass er auch nächstes Jahr den Titel holt. Die Quoten werden auch im nächsten Jahr relativ niedrig sein, da er bereits dreimal in Folge gewonnen hat. „Er hat Gaben, die man nicht lernen kann“, so aktuelle Co-Trainer der US-amerikanischen Nationalmannschaft Andreas Herzog, der bereits 2013 Alaba als Ausnahmetalent erkannt hat und sieht in ihm einen der besten Linksverteidiger der Welt. Wird Österreich's Vorzeige-Sportler auf Eigenschaften angesprochen, die ihn auszeichnen sollen, antwortet Alaba stets bescheiden und verweist in Interviews nur zögerlich auf:

  • Vielseitigkeit: „Im Mittelfeld und links hinten. Der offensive Drang nach vorne taugt mir“  (Auf die Frage, wo er sich am wohlsten auf dem Platz fühlt).
  • Verantwortungsbewusstsein: „Ich bin kein Spieler, der wild herumschreit oder in der Kabine Wirbel macht. Aber ich versuche auf dem Platz, mit meinem Spiel Verantwortung zu übernehmen“.
  • Ehrgeiz: „Mit Bayern in allen Bewerben ganz oben stehen“ (Nach seinen Zielen befragt)
  • Disziplin: „Ich habe auch mitbekommen, dass mein Marktwert 45 Millionen Euro beträgt. Es ist sicherlich eine Ehre, aber dafür trainiert man jeden Tag sehr hart.“
  • Bodenständigkeit: „Ich weiß schon, dass ich gut bin. Sonst wäre ich nicht hier, das ist mir bewusst. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich immer versuche, ich selbst zu sein. Wenn das gut ankommt, ist es schön…“.

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