Riesentorlauf

Der Riesentorlauf besteht aus 2 Durchgängen und hat sich aus dem Slalom heraus entwickelt. Im Slalom sind die zu passierenden Tore sehr eng gesteckt, was sich in Bezug auf die Renngeschwindigkeit eher negativ auswirkt. Der Riesentorlauf hingegen hat die Tore nicht so dicht bei einander platziert, was ein höheres Tempo ermöglicht. Dies ist aber bei Weitem nicht der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Disziplinen.

Merkmale des Riesentorlauf

Der Riesentorlauf ist in Bezug auf Rennstreckenlänge und Kurssetzung wesentlich großzügiger angesetzt als bei Slalombewerben. An den Toren erkannt man auf den ersten Blick, ob es sich um eine Riesentorlauf-Strecke handelt. Die zu passierenden Tore beim Riesentorlauf bestehen jeweils aus 2 nebeneinander gesteckten Stangen, die mit einem Stoff- oder Kunststoffband verbunden sind. Oftmals wird diese Fläche als Werbeträger verwendet. Slalomkurse sind ganz einfach dadurch zu erkennen, dass jedes Tor aus nur einer Stange besteht, welche sich mit den Farben rot und blau abwechseln.

Technik im Riesentorlauf

Die sogenannte Falllinie im Riesentorlauf ist nicht so direkt möglich, wie beim Slalom, woraus sich ein grundlegender technischer Unterschied ergibt. Der Riesentorlauf ist daher auch eine technisch sehr anspruchsvolle Disziplin, bei welcher sehr viele Fehler gemacht werden können, wie zum Beispiel:

  • Oberkörperhaltung ist zu weit nach vorne
  • Position des Kopfes ist zu tief
  • Kniegelenk ist wenig abgewinkelt
  • Arme zur Seite gerichtet, anstatt nach vorne

Jeder Schwung im Riesentorlauf besteht aus drei Phasen:

  1. Schwungbeginn-Phase
  2. Schwungmitte-Phase
  3. Schwungende-Phase

In der Schwungbeginn-Phase (direkt nach dem Kantenwechsel) beginnt die Belastung des Tal- oder Außenski. Knie- und Hüfte werden ab hier zur Ski-Innenseite und leicht nach vorne hin gebeugt. Dies erfolgt solange, bis die Skier in die oben erwähnte Falllinie zeigen.

Ab hier beginnt die Schwungmitte-Phase, in welcher bei korrekt angewendeter Technik das größtmögliche Tempo herausgeholt werden kann. In der Schwungmitte-Phase baut sich der Druck auf die Skier auf. Der Skirennläufer muss es in dieser Phase schaffen, die Knie nach vorne zu setzen um den Druck möglichst auf die Skivorderseite zu verlagern. Je besser er dies umsetzen kann, desto schneller wird er.

Gegen Schwungende hin ist der Druck auf Ski und Untergrund am höchsten. In dieser Schwungende-Phase ist der Skirennläufer in einer sehr tiefen Position. Die Knie sind weitestgehend nach vorne und zum Berg gerichtet. Die Hüfte richtet sich zum Berg hin, der Oberkörper in Richtung Tal. Nun löst sich plötzlich sehr schnell der gesamte Druck von den Skiern und der neue Schwung beginnt mit dem Kantenwechsel. In dieser kurzfristigen Entlastungsphase reduziert der Skirennläufer den Beugewinkel von Hüfte und Knie, was ein sogenanntes "Hochgehen" bewirkt.

Technik Fehler im Riesentorlauf

Technische Fehler wirken sich im Riesentorlauf extrem negativ auf die Zeit aus. Klassische Fehler sind:

  • Zu langsamer Kantenwechsel
  • Generelle Gewichtsverlagerung zu weit nach hinten
  • Zu geringe Belastung des Talskis
  • Keine kontinuierliche Belastung der Ski, oft hervorgerufen durch zu schnelles "Tiefgehen" in der Schwungmitte-Phase
  • Rotationsbewegungen in Schulter und Hüfte