Toni Polster über seine Karriere

Wir freuen uns, im Gespräch mit Toni Polster sein zu können und so einiges über seine erfolgreiche Karriere als Fußballprofi zu erfahren. Uns interessieren dabei nicht nur die glorreichen Zeiten in den 80er-Jahren bei Austria Wien (3 x hintereinander Österreichischer Meister in den Jahren 84, 85 und 86), sondern auch der Weg dorthin, beziehungsweise alles was dann folgte.

Toni Polster Austria Salzburg

sport-oesterreich.at: Hallo Toni, du hast ja bereits als 9-jähriger damals im Jahr 1973 in der Jugendmannschaft der Austria Wien mit Fußballspielen begonnen – hat dich diese Sportart immer schon interessiert? Wie war das damals, in den Jahren 73 bis 82?

Toni Polster: Ja, ich wusste von klein auf, dass ich Fußballspieler werden möchte. Ich war immer der Kleinste und beim Fußball hat man mich respektiert und ich habe Anerkennung gefunden.

sport-oesterreich.at: Deine eigentliche Karriere begann weitere 9 Jahre später, im Jahr 1982, als du vom kurzen Wechsel zum 1. Simmeringer SC zur Austria zurückkehrt bist. Warum hast du damals die Austria kurzfristig verlassen und warum bist du dann wieder zurückgekehrt?

Toni Polster: Weil ich alles erreicht habe in der U21 mit 16 Jahren, Torschützenkönig mit Rekord, 2. der Liste nach 6 Monaten, obwohl ich 8 Wochen verletzt war, und trotzdem keine Chance in der 1.Mannschaft hatte, und nach 6 Monaten nach dem Aufstieg mit Simmering in die 1. Liga von Wenzel Halama zurückgeholt wurde.

sport-oesterreich.at: Du bist ja nach wie vor als einer der erfolgreichsten österreichischen Fußballer, ein großes Vorbild für viele Fußballspieler und Fußball-Fans. Was waren die Hauptgründe für deinen großen Erfolg bei der Austria in Jahren 82 bis 87?

Toni Polster und Diego Maradonna

Toni Polster: Viel Ehrgeiz, Herz und Hingabe, und tolle Mitspieler!

sport-oesterreich.at: Du warst ein sehr gefährlicher Torschütze und Kopfball-Spezialist, obwohl dir nachgesagt wurde, dass das Laufen nicht zu deinen Stärken gezählt hat. Wie siehst du das? Wo waren deine persönlichen Stärken im Spiel aus deiner Sicht?

Toni Polster: Defensiv war ich nicht gut, sonst konnte ich aus jeder Situation Tore machen, Kopf, Elfer, von rechts oder links, das war meine Stärke neben einer sehr guten Technik.

sport-oesterreich.at: Ab 1987/88 hast du in Spanien für den FC Sevilla gespielt. Wie war der Wechsel dorthin aus heutiger Sicht?

Toni Polster: Wichtig, weil der Spaß wieder da war, der in Italien vergangen war, weil ich als Solospitze sehr auf mich alleine gestellt war.

Toni Polster und Andreas Herzog

sport-oesterreich.at: Dann folgten noch einige weitere Stationen in deiner bislang erfolgreichen Karriere: nach Spanien folgte der 1. FC Köln und dann Borussia Mönchengladbach. Ab wann wurde es für dich persönlich klar, deine Karriere als Leistungssportler und Fußballprofi zu beenden?

Toni Polster: Der Körper hat mir mit 36 Jahren signalisiert, dass er nicht mehr möchte, und ich hatte einen Anschlussvertrag im Büro von BMG, sollte die rechte Hand von Manager Rüßmann werden. Leider wurde er vorher entlassen, so landete ich im Marketing.

sport-oesterreich.at: Bevor du deine aktive Karriere beendet hast, bist du wieder in die Heimat zurückgekehrt, zu Austria Salzburg. Wie war das für dich, die letzten Tage als Profi-Kicker?

Toni Polster: Sehr schön, aber die Mannschaft war nur Durchschnitt und erreichte das Cupfinale, das wir leider im Elferschiessen verloren haben.

sport-oesterreich.at: Jetzt noch ein paar Fragen zur Gegenwart und Zukunft. Was unlängst bei der Admira passiert ist, wissen wir aus offizieller Sicht alle, haben dein Interview bei Sport am Sonntag mit Spannung verfolgt. Auf das wollen wir jetzt auch nicht eingehen, außer du willst an dieser Stelle noch etwas dazu loswerden.

Toni Polster: Nur, dass ich mich nicht verbiegen lasse und meinen Weg weiter gehe, der so erfolgreich als Trainer begann...

sport-oesterreich.at: Wie hat sich der Fußball und das Fußball-Business aus deiner Sicht entwickelt?

Toni Polster und Peter Stöger

Toni Polster: In Deutschland sehr rasant, Marketing, Merchandising, Infrastruktur, etc..  Wir hinken in Österreich leider noch hinterher!

sport-oesterreich.at: Für viele Jugendliche ist es ein Traum, auch einmal Fußballprofi, wie du einer warst, zu werden. Was kannst du dem Nachwuchs auf ihrem Weg mitgeben?

Toni Polster: Das Ziel zu verfolgen mit großer Hingabe, dann kann man alles erreichen!

 

sport-oesterreich.at: Findest du, dass in Österreich ein Aufwärtstrend sichtbar wird, wenn man die sportliche und organisatorische Entwicklung im Vergleich zu anderen Ländern beobachtet?

Toni Polster: Wir haben zu viele Theoretiker und zu wenig Praktiker.

Toni Polster

sport-oestereich.at: Hast du Pläne für die Zukunft? Was sind deine künftigen Ziele?

Toni Polster: Ich werde weiter als Trainer arbeiten, aber nicht um jeden Preis.

sport-oesterreich.at: Vielen Dank für das Gespräch!

Toni Polster: Danke auch für das Interesse!

 

Besuchen Sie Toni Polster auch auf seiner Website www.tonipolster.at und auf Facebook


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