Ultralaufsport - Kampf gegen eigene Grenzen

Erfahrungen und Berichte aus dem Ultralaufsport

Rainer Predl
Abbildung: Rainer Predl beim Sahara-Marathon
 

Rainer Predl - 100km-Ultralauf-Meister 2016

Eine bewegte Geschichte hat Extremsportler Rainer Predl zu erzählen. Seine sportlichen Ambitionen der vergangenen Jahre haben eine lange Liste von herausragenden Erfolgen hinterlassen. Dies ist aber auch nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Im Jahr 2016 unternahm Rainer Predl den Versuch einen neuen österreichischen 48 Stunden Laufrekord (48 Stunden von Asten) aufzustellen. Dieser Versuch missglückte nach 326,621 Kilometern. Um den Rekord von Andreas Michalitz von 375 Kilometern zu brechen, haben ihm 50 Kilometer gefehlt.

Portrait von Rainer Predl

 


Markus Steinacher und Markus Riederer in Lassee 2017

Der Weg zum ersten Ultralauf - Lassee 2017

Für alle die sich ebenfalls auf das Abentuer Ultralauf einlassen wollen, gibt es hier einen tollen Erfahrungsbericht von Markus Steinacher, der darüber berichtet wie er zum Ultralaufsport gekommen ist.

Der Weg zum ersten Ultralauf

 

Ultralaufsport in Österreich

Im Allgemeinen spricht man von einem Ultralauf, wenn die zurück gelegte Distanz über der Marathon-Distanz (42,195 km) liegt. Der Kreativiät und Ausbaufähigkeit sind dahingehend beinahe keine Grenzen gesteckt. Die Grenzen liegen da bei den Sportler/innen selbst, die oftmals weit über ihre körperlichen Grenzen hinausgehen. Damit Sie sich ein Bild davon machen können, um welche hochrangigen Leistungen es sich dabei allein in Österreich handelt, finden Sie hier die aktuellen Bestenlisten in den jeweiligen Ultrarunning-Bewerben.

Österreichische Ultralauf-Bestleistungen

50km-Lauf:

  • Sabine Hofer: 3:36:05 in Palermo, 2007
  • Bernhard Santner: 3:12:44 in Palermo, 2007

100km-Lauf:

  • Karin Freitag: 7:45:58 in Los Alcazares
  • Markus Thalmann:  6:57:26 in Wien

6 Stundenlauf:

  • Sabine Hofer: 78,271km in Wals
  • Rainer Predl: 85,517km in Schwechat

12 Stundenlauf:

  • Ulrike Striednig: 129,107km in Grieskirchen
  • Klemens Huemer: 144,889km in Grieskirchen

24 Stundenlauf:

  • Ulrike Striednig: 215,344km in Steenbergen
  • Ewald Eder: 267,427km in Wörschach

ab 48 Stundenlauf:

Bei den Ultraläufen die zwei Tage, oder länger, dauern gibt es laut www.ultrarunningaustria.com unter den Bestenlisten auch eine "inoffizielle" Bestenliste, in welcher auch österreichische Rekorde eingetragen sind, die nicht bei offiziellen Bewerben durchgeführt worden sind. Der aktuelle Österreich-Rekord im 48 Stundenlauf liegt bei 375 Kilometern, aufgestellt von Andreas Michalitz am 6.Mai 2016 in Gols.

Österreichische Ultralauf-Meisterschaften

Österreichische Ultralauf-Meister:

  • 2016 / 24 Stundenlauf Irdning: Karin Augustin und Andreas Michalitz
  • 2016 / 100km-Lauf Wien: Ulrike Striednig und Rainer Predl
  • 2015 / 100km-Lauf Wien: Ulrike Striednig und Andreas Sageder
  • 2014 / 24 Stundenlauf Irdning: Ulrike Striednig und Heinz-Jürgen Ressar
  • 2013 / 100km-Lauf Wien: Ulrike Striednig und Reinhard Buchgeher
  • 2012 /  24 Stundenlauf Irdning: Regina Straßer und Andreas Pfandlbauer
  • 2011 / Cup diverse: Karin Augustin und Rainer Predl
  • 2010 / 12 Stundenlauf Grieskirchen: Ulrike Striednig und Klemens Huemer
  • 2009 / 100km-Lauf Steyr: Sabine Hofer und Bernhard Santner
  • 2008/ 100km-Lauf Steyr: Sabine Hofer und Bernhard Santner

Im Jahr 2017 finden Österreichische Ultralauf-Meisterschaften im 100km-Lauf statt. Erst im Jahr 2018 werden wieder Meisterschaften im 24 Stundenlauf stattfinden.

Alle Informationen über den österreichischen Ultralaufsport erhalten Sie auf:
www.ultrarunningaustria.com

 

Über Grenzen des Ultralaufs und die Gesundheit

Wann spricht man von körperlichen Grenzen und kann man körperliche Grenzen überwinden?
Der Begriff "Grenze" ist eine sehr dehnbare Formulierung für die Beschreibung seiner größtmöglichen Leistungsfähigkeit. Ulträufer/innen sprechen von ihren körperlichen Grenzen dann, wenn sie nur noch der Kopf, ihre Motivation und der eigene Wille weiterbringt. Doch so einfach ist das nicht, denn selbst wenn scheinbar nur mehr der Kopf ein Weiterkommen ermöglicht, ist es dennoch der Körper, der dies in die Tat umsetzt. Insofern ist oftmals die körperliche Grenze noch lange nicht erreicht. Dies ist aber auch Grund dafür, dass es immer wieder neue Herausforderungen und Rekorde gibt, die Ultrasportler/innen immer wieder ein Stück näher an ihr mögliches Maximum heranbringen. Aber den meisten Ultraläufern geht es nicht um Rekorde und schon gar keine Bestzeiten. Es geht vielmehr um das Gefühl etwas Besonderes zu vollbringen und seinen Körper unter sehr besonderen Umständen kennen zu lernen. Der Ultralaufsport ist in gewisser Weise eine Entdeckungsreise des eigenen Willen, der eigenen mentalen Verfassung und der eigenen Ressourcen, die im Rahmen eines Ultralaufs nahezu ausgeschöpft werden.

Ist der Ultralaufsport gesund?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Da der Ultralaufsport gerade im Hobby- und Amateurbereich eine große Dunkelziffer auswirft, ist es oftmals sehr fraglich, ob Ultralaufen zu den gesundheitsfördernden Sportaktivitäten zählt. Unumstritten ist die Tatsache, dass bei extrem langer körperlicher Beanspruchung der aktive und passive Bewegungsapparat darunter leidet. Abnutzungserscheinungen sind da eine unumgängliche Tatsache, genauso wie das Verletzungs- und Überlastungsrisiko. Alles was dem menschlichen Körper zu viel ist, ist eben zu viel und hinterlässt Spuren, auch wenn das viele Hobbysportler/innen nicht hören wollen.

Den ungesunden Aspekten so gut wie möglich entgegenzuwirken, bedarf es monatelanger Vorbereitungszeit, möglichst viel Regeneration und gute Ernährung. Und selbst dann ist man nicht davor sicher, dass das Ultralauf-Erlebnis auch wirklich zum Erfolg führt. Zu viele Variable, die am Tag X stimmen müssen, beeinflussen die Gratwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg, zwischen Gesundheit und Verletzung oder Krankheit. Nach der Meinung von optimistischen Sportmedizinern fällt das Training für einen Ultralauf noch in einen gesundheitsrelevanten Bereich, der Ultralauf selbst zählt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr dazu.

Diese Worte sollen nun niemanden davon abhalten, in die Welt des Ultrasports hineinzuschnuppern. Jedoch sollte man seine Achtsamkeit auf seinen Körper lenken und lernen die Zeichen des Körpers wahr- und ernst zu nehmen, im Interesse der eigenen Gesundheit.